Einigen eingefleischten LaTeX-Anwendern stellen sich wohl bereits bei der Überschrift die Nackenhaare auf. Daher zunächst ein paar Worte zum “Warum”: Meine Diplomarbeit habe ich mit TeXniCenter & Miktex geschrieben, wohl der Standard unter Windows. Zusätzlich hab ich mir das passende OO-Dictionary installiert, wodurch auch einiges an Rechtschreibungsfehlern aufgedeckt werden kann. Allerdings wurde bei mir viel zu viel rot unterkringelt und auch die Korrekturvorschläge sind wenig zufriedenstellend. Daher kam mir der Gedanke, die Word-Rechtschreibeprüfung zu verwenden und folglich auch die Motivation, LaTeX-Dokumente irgendwie in ein Word-lesbares Format zu bekommen. Nach einigem Gesuche, wie man das anstellen kann, bin ich zu dem Entschluß gelangt, dass der latex2rtf-Konverter das Mittel der Wahl ist.
Auf der Seite gibts einen fertigen Windows-Installer mit GUI. Das ganze kann man einfach installieren und fertig. Für spezielle Wünsche solltet Ihr in die Doku schauen (kann man auch als PDF bekommen). Man kann l2rtf dann entweder über die GUI auf ein Projekt loslassen oder per Kommandozeile. Hierbei ist es jeweils möglich, alle möglichen Einstellungen zu machen (z.B. Inline-Formeln als Text oder Grafik einbetten, …).
Der Konverter schafft zumindest eine – für die Rechtschreibeprüfung – brauchbare Übersetzung. Insbesondere für die Deutsche Sprache gibt es Unterstützung von Umlauten. Ausserdem kann er in TeXnicCenter als Ausgabeprofil integriert werden. Hierbei hat er leider ein paar kleine Einschränkungen (insbesondere muss BibTex vorher gelaufen sein), weshalb ich ihn als Postprocessor zum Standard-DVI Profil eingerichtet hab. Zusätzlich kann dann noch Winword als Viewer eingetragen werden, damit geht dann alles aus TeXnicCenter heraus. Den DDE-Call zum springen auf eine bestimmte Seite hab ich mir übrigens erspart und gar nicht drüber nachgedacht. Am Ende des Artikels habe ich noch einen Export des Profils gemacht, aber an dieser Stelle mal die Kurzfassung:
- DVI-Profil kopieren, mit allen Einstellungen (MakeIndex hab ich deaktiviert, aber vergessen warum)
- Auf dem Tab “Nachbearbeitung” einen neuen Eintrag hinzugefügt mit “latex2rt.exe” als Anwendung, natürlich mit korrektem Pfad, und “-i german %nm” als Argumente.
- Als letztes noch Word eintragen auf dem Tab “Viewer” (Pfad der Anwendung = “…\winword.exe”, zusätzlich als Parameter für Kommandozeile bei Ausgabe und Suche: “%bm.rtf”, für vor der Compilierung schließen hab ich der Einfachheit halber “nicht schließen” ausgewählt.
Damit kann jetzt direkt aus TeXnicCenter ein RTF erstellt und mit Word geöffnet werden. Hierbei werden übrigens für alle möglichen Packages Fehler ausgegeben und komische Sachen ins RTF geschrieben, aber der Text kommt manierlich an.
<?xml version="1.0" encoding="ISO-8859-1" standalone="no"?>
<txcop:outputProfiles version="1" xmlns:txcop="http://schemas.ToolsCenter.org/TeXnicCenter/OutputProfiles.xsd">
<outputProfileList>
<outputProfile name="LaTeX => RTF" stopOnLatexError="false">
<texCommand execute="true" path="latex.exe" arguments="--output-format=dvi --src -interaction=nonstopmode "%Wm""/>
<bibTexCommand execute="true" path="bibtex.exe" arguments=""%bm""/>
<makeIndexCommand execute="false" path="" arguments=""/>
<postProcessors>
<processor name="Latex2rtf" path="latex2rt.exe" arguments="-i german %nm" inputFile="" outputFile=""/>
</postProcessors>
<viewer path="WINWORD.EXE" closeBeforeCompilation="false">
<viewProjectCommand type="commandLine">
<commandLineCommand path="WINWORD.EXE" arguments="%bm.rtf"/>
<ddeCommand path="" server="" topic="System" command=""/>
</viewProjectCommand>
<viewCurrentFileCommand type="commandLine">
<commandLineCommand path="WINWORD.EXE" arguments="%bm.rtf"/>
<ddeCommand path="" server="" topic="System" command=""/>
</viewCurrentFileCommand>
<viewCloseCommand type="commandLine">
<commandLineCommand path="" arguments=""/>
<ddeCommand path="" server="" topic="System" command=""/>
</viewCloseCommand>
</viewer>
</outputProfile>
</outputProfileList>
</txcop:outputProfiles>
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